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Der Euroabgeordneter Wojciech Olejniczak hat uns zur gestrigen Konferenz in Warschau „Polen in der Europäischen Union 2009-2014, die Herausforderungen der Innen- und Außenpolitik” eingeladen. Der Mitveranstalter der Konferenz war ein Meinungsforschungsinstitut Collegium Civitas (Ośrodek Badań nad Przyszłością Collegium Civitas).
Die Teilnehmer der Paneldiskussionen waren u.a. Jerzy Szmajdziński – Vizevorsitzender des polnischen Sejm, Dr Mirosław Gronicki – polnischer Finanzminister 2004-2005, Prof. Bogusław Liberadzki - Euroabgeordneter, Marek Siwiec – Euroabgeordneter, Prof. Wawrzyniec Konarski – Universität Warschau, SWPS, Dr Piotr Żuk - Universität Wrocław (Breslau).
Die wichtigsten Punkte, die man im Auge in der kurzfristigen Perspektive behalten soll, wurden formuliert. Das freut, da der erste Schritt einer Problemlösung ist das Formulieren des Problems. Die Perspektive, den aktuellen Zustand zu überwinden, gibt es. Fraglich ist nur, welche Strategie man festlegen soll und wie diese Strategie umgesetzt werden soll. Es sieht danach aus, dass es keine Strategie für Promotion Polens gibt. Darüber haben wir bereits mehrmals auf der Plattform Scholar Online Europa berichtet, viele unsere Gäste haben diesen Mangel erkannt.
Zwei Fragestellungen in der Außenpolitik sind ausschlaggebend und diese sind ebenfalls von Anfang an in unserem Projekt präsent:
• Wie werden Polen und polnische Bürger in Europa gesehen?
• Wie wird Europa in Polen und durch die polnischen Bürger wahrgenommen?
In den Themenbereichen :: Ich bin ein Europäer und bin stolz darauf und :: Europa-WG wurden diese Fragen am häufigsten gestellt. Unser Projekt ist eine in der Praxis geprüfte Umsetzung der Analyse dieser zwei Aspekte und wir würden uns sehr freuen, wenn uns Politiker und Journalisten endlich mehr Aufmerksamkeit schenken, weil das Projekt bereits funktioniert, sich entwickelt und auf einer sehr sichtbaren Weise die Beziehungen zwischen Polen und Europa verbessert. Ausgerechnet durch diesen innovativen Dialog präsentieren polnische Bürger ihre Einstellung gegenüber EU: sie wollen die EU nicht als einen „Krebs” betrachten, den man besiegen soll oder mit dem man leben muss, sie wollen auch nicht die EU als eine „Milchkuh” wahrnehmen, die man zum Maximum mit einem minimalen Aufwand ausnutzt. Sie wollen die EU als eine Erweiterung ihrer beruflichen und privaten Perspektiven sehen. Die Europäer sehen die Bemühungen der polnischen Bürger und merken den Willen, die Stereotypen in Form eines im negativen Sinne überlegenden Polens in ein realitätsnäheres Bild eines ausgebildeten und aktiven Bürger Europas zu ändern. Solche Einstellung taucht im Forum Scholar Online Europa, solche Schlussfolgerungen zieht man aufgrund der vielen Einträgen.
Die inneren Probleme Polens sind meistens durch die fehlende Auflistung der Prioritäten Polens (nach Redakteur Żakowski), daraus folgen das Fehlen einer Strategie und ein Chaos. Es wurden viele verschiedene Tätigkeitsbereiche angesprochen, dabei Bildungssystem und soziale Schere (Ungerechtigkeit).
Ob wir „weit weg von der EU” wegen der sozialen und politischen Einstellung sind? Teilweise stimme ich zu. Es reicht jedoch nicht aus, wenn man eine Strategie auf dem höheren Niveau des Staates bestimmt. Es geht auch darum, die Taktik in den Handlungen jedes Bürgers zu sehen. Uns schaden ein Politiker, der Korrespondenz von den Bürgern nicht liest und auch ein polnischer Bürger, der durch sein schlechtes Benehmen Ausländer in ihrer Überzeugung bzgl. Stereotype bestätigt.
Welche Chancen für Polen sahen gestern die Teilnehmer der Konferenz? Polen muss mehr Durchsetzungskraft vorzeigen, mehr für die EU tun, eigene Nische finden, in der Polen ihre Stärken für die Gemeinschaft einsetzen kann und um sich besser zu positionieren. Dabei kann Polen ein Vermittler zwischen Ost- und Westeuropa sein, also die natürliche Rolle einer Schnittstelle zwischen Kulturen sein. Dabei sollen wir nicht gegen Litauen kämpfen, sondern unsere Kräfte gemeinsam für unsere Chancen einsetzen. Es hat schon in der Geschichte funktioniert (Polen-Litauen Union im XV. Jh.), vielleicht sollen wir diese Richtung wieder einschlagen und die Volksweisheit nutzen: „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir schon zusammen“? Wir brauchen nicht nur eine Stimmung einer guten Verständigung, sondern eine tatsächliche bessere Verständigung: lassen wir uns besser kennenlernen und lernen wir die Anderen kennen, arbeiten wir an dem besseren Informationsaustausch. Schauen wir Polen als ein Teil der EU und formen wir zusammen die EU, bleiben wir nicht in einer Ecke (darüber haben wir bereits im Artikel „Deutschland JA, Polen NEIN“ geschrieben: :: polski, :: deutsch, :: English.)
Ich bedanke mich herzlichst beim Veranstalter und ich hoffe, dass wir gemeinsam mehr und schneller schaffen. Promotion Polens ist nicht nur eine Promotion des Landes, sondern auch der Menschen. Wir laden herzlichst ein, die :: Galerie der Europäer sich anzuschauen und dabei u.a. Wojciech Olejniczak kennenzulernen. Wir warten auch auf weitere Präsentationen von Europäern (u.a. Euroabgeordneter Marek Siwiec hat uns versprochen, unsere Initiative besser kennenzulernen, wir hoffen, dass wir ihn bald unseren europäischen Gästen vorstellen werden).
:: REDE MIT UNS DARÜBER
Vide: :: Fotki / Fotos / Photos: Warszawa 10-12-2009
Vide: :: Onet.pl: Polsce brakuje strategii obecności w UE (polski)
Vide: Wojciech Olejniczak in der Galerie der Europäer: :: deutsch, :: polski, :: English |
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