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Amalia Angellinni - "Ein Narr (in) der Liebe" #6 COSY IN MY MIND |
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:: Home: Amalia ANGELLINNI "Lovefool"
#6 COSY IN MY MIND
Die Medikamente für Mias Großmutter waren teuer und Mia wollte die kleine Rente nicht überstrapazieren. Sie brauchte einen anderen Job. Sie fand ein Angebot. Ein Übersetzungsbüro suchte eine Aushilfe.
Ihre eigene Großmutter war nicht so nett wie „Oma Zofia“ und Mia hätte sie nie mit „Oma“ angesprochen. Es war nur die „Großmutter“. Keine Gefühle, keine Gespräche, keine Sorge füreinander. Mias Großmutter war eine kalte alte Dame. Mia war das einzige und größte Problem für ihre Großmutter und das Mädchen sollte nicht mehr verlangen als sie bekam. Auch wenn sie mehr oder weniger schwer arbeiten musste.
Vor kurzem hatte sie sich einige neue Bücher gekauft, auch Schulbücher. Ihre Großmutter war damit nicht einverstanden und sagte, solche Bücher könne sie in jeder Bibliothek bekommen. Es gab keine Notwendigkeit, eine Bibliothek zuhause zu haben. Ja, ein Zuhause ohne Bücher, ohne Fantasiewelten, ohne warme Gefühle, dafür mit einer Geschichte.
Mia schaute auf die Anzeige und wählte die angegebene Rufnummer. Sie sprach kurz und machte einen Termin aus. Natürlich wusste sie von Anfang an, wo sie diesen Mann treffen wollte. Sie riskierte nie zu viel. Die Stimme auf der anderen Seite war warm, einnehmend, professionell und neugierig. Sie mussten nicht stundenlang miteinander sprechen und das taten sie auch nicht. Am nächsten Tag wollten sie sich in einem kleinen, angenehmen Lokal treffen, im “Casablanca”. Der Mann schlug zwar vor, sich im “Sunshine” zu treffen, der einer der neuesten Clubs war, aber Mia setzte sich mit ihrem Vorschlag durch. Sie kannte dieses Lokal bereits, da sie dort an ihrem ersten Tag in Warschau vorbeigekommen war. Es war zwar im Zentrum, aber nicht so einfach zu finden. Außerdem war die Atmosphäre dort sehr geeignet, um Bücher lesen zu können. Sie liebte Bücher und hatte nie einen Platz, wo sie sie lesen konnte. Zuhause war es unmöglich, da sie sich dort nicht wohl fühlte. Es war unmöglich dort zu lesen, egal ob laut oder nicht. In der Schule? Ja, klar, wer liest Bücher in der Schule? Solche kleinen Teehäuser, die man ohne Probleme in jeder größeren Stadt finden kann, waren magische Plätze. Dort konnte man sich stundenlang hinein setzen und lesen, lesen, lesen....
Das “Casablanca” war ein solcher Ort, es war stilvoll und gleichzeitig modern. Die Luft roch nach echtem Rooibos, köstlicher Vanille und verführerischen Schokoladenkeksen. Die Wände waren nicht nackt, sondern mit modernen blauen und grünen Mustern verziert, die auf sandgelben Hintergrund gemalt waren. Die Möbel waren im alten Stil und aus echtem Holz gemacht, nicht aus Möchtegern-Holz. Hier und da waren getrocknete Blumen aufgehängt und die Kerzen auf den Tischen hatten verschiedene Formen und Farben. Das “Casablanca” war einfach perfekt.
:: Kapitel #1
:: Kapitel #2
:: Kapitel #3
:: Kapitel #4
:: Kapitel #5
:: Kapitel #6
:: Kapitel #7
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