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Projekt: BILDUNGSWESEN IST EIN RECHT, KEINE WARE! |
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Projekt aus Polen
Veranstalter: Demokratyczne Zrzeszenie Studenckie
Wojciech Kobyliński
BILDUNGSWESEN IST EIN RECHT, KEINE WARE!
Wir protestieren gegen das vom Rektorenmilieu erarbeitete Projekt für die Strategie bzgl. der Hochschulwesenentfaltung, die Einführung von allgemeinen Studienbezahlung voraussetzt.
Die entscheidende Mehrheit von polnischen Studentinnen und Studenten widerspricht, die oben geschilderte Lösung anzunehmen.
Es ist wahr, dass das Hochschulwesen unterfinanziert ist, die Idee jedoch, das Problem durch Belastung der Studententaschen zu lösen, ist unannehmbar. Bereits jetzt sind die hohen Unterhaltungskosten für mehrere, finanziell schlechter situierten Personen eine Barriere, die wirksam verhindert, eine kostenlose Bildung aufzunehmen. Es gibt keine Zweifel daran, dass Einführung von Studienbezahlung endgültig zur Wirklichkeit führen wird, in der nur diejenigen ein Studium aufnehmen werden können, die es sich finanziell leisten werden können. Im einem demokratischen Land gibt es doch keinen Platz für Bildungswesenzugangsbeschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen! Der entscheidende Faktor für Immatrikulation soll das Wissen sein, nicht die Wohlhabendheit der jeweiligen Person.
Ein genauso skandalöser Vorschlag ist die Idee, Stipendien durch Studentenkrediten zu ersetzen. Es schafft nämlich Sphären von zusätzlichen Ungleichheiten, indem die Ärmeren gezwungen werden, sich bereits am Start zu verschulden. Während immer neue Luftspiegelungen der Wirksamkeit solcher Lösung konstruiert werden, möchten wir daran erinnern, dass auch das zurzeit existierende System des studentischen Kreditierens hat Wunder tun sollen. Letztendlich hat es sich erwiesen, dass nicht mehr, als einige Prozent von Studenten und Studentinnen fähig wurden, Studentenkredit einzuziehen.
Ein moderner, demokratischer Staat legt großen Wert auf Wissenschaft und Bildungswesen. Die Behandlung von diesen Sachbereichen als Prioritäten setzt voraus, dass darin investiert wird. Länder, denen das klar wurde, können zurzeit die Erfolge in Form von starker Wirtschaft, aktiver Bürgergesellschaft und entfalteter Technologie ernten. Aus diesen Gründen müssen öffentliche Ausgaben für Hochschulwesen erhöht werden.
Wir sind von der Herangehensweise des Rektorenmilieu an das Problem tief entsetzt. Wir hegen ernste Zweifel daran, ob Vertreter der Hochschulmächte das öffentliche Interesse verfolgen. Die Behandlung einer Hochschule, als ob sie ein Unternehmen gewesen wäre, erinnert doch mehr an das Benehmen von einem „Geschäftsmann in Hermelinnen“ (=mit adligen Kleidern), als eines Vertreters einer geachteten Rektorenprofession.
Gegenüber der akademischen Kader von polnischen Hochschulen, die der Annahme von einer entschiedenen Stellung in Sachen gesellschaftlicher Probleme, darunter das Problem der Hochschulkommerzialisierung, distanziert ist, wurde vor einiger Zeit die Formulierung „einer Universität von schweigenden Professoren“ angewandt. Wir hoffen jedoch, dass wenigstens für einen Teil des Milieus das Ethos vom engagierten Intelligenten, welchem das öffentliche Gut nicht gleichgültig ist, noch nahe liegt.
Die zurzeit in Österreich andauernde allgemeine Aufruhr des akademischen Milieus, die ein Bestandteil von weiteren globalen Bewegung ist, wurde gerade von Professoren mit Besetzung des Festsaales der Wiener Kunstakademie begonnen. Deshalb appellieren wir an das wissenschaftliche Kader, ähnliche, von polnischen Studenten geführte Handlungen, zu unterstützen.
Demokratische Studentenvereinigungen werden zwecks Verteidigung vom zurzeit bestehenden teilweise kostenlosen Zugang zum Bildungswesen, als auch zwecks des Kampfes um tatsächliche Allgemeinheit und Unentgeltlichkeit des Zugangs zum Hochschulwesen in Polen ihre Handlungen, einschließlich von entschiedeneren studentischen Streiks und Protestaktionen, verstärken.
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